Die Kardinal-von-Galen-Schule soll in Eslohe bleiben. Dies fordert eine Resolution, die heute vom Hauptausschuss und kommenden Donnerstag vom Gemeinderat verabschiedet werden soll.
Der Hochsauerlandkreis als Kostenträger (Betreiber ist die Caritas in Meschede) prüft derzeit, wie teuer notwendige An- und Umbauten an dem Gebäude am Ortseingang von Eslohe wären. Gleichzeitig wird alternativ aber auch ein Umzug nach Meschede geprüft: Dort könnte die Stadt Meschede das Gebäude ihrer jetzigen Franz-Stahlmecke-Schule zur Verfügung stellen. Diese Hauptschule wird bekanntlich zum Schuljahr 2013/14 aufgelöst.
Die Größe und Zuschnitt der Räume in der ehemaligen Landwirtschaftsschule entsprechen aber nicht mehr den heutigen Bedingungen: Es fehlen vor allem Räume für gemeinsame Aktivitäten mehrerer Klassen und der Schulgemeinschaft sowie eine Sporthalle.
„Die Von-Galen-Schule gehört nach Eslohe und sollte auch hier verbleiben“, betont Bürgermeister Stephan Kersting in seinem Resolutionsentwurf. „Nachdrücklich“ solle sich die Gemeinde für den Erhalt einsetzen: Caritas und Kreis werden gebeten, die erforderlichen An- und Umbauten am vorhandenen Gebäude in Eslohe vorzunehmen.
Bislang können die Auswirkungen aus der Inklusions-Diskussion (also der geplanten gemeinsamen Beschulung von Schülern mit und ohne Behinderung) auf die Von-Galen-Schule noch nicht konkret prognostiziert werden. Sicher ist, dass aufgrund der demografischen Entwicklung auch die Schülerzahl hier zurückgehen wird.
Dies ändert nach Ansicht der Gemeinde aber nichts am Raumbedarf der Schule: Deshalb möchte der Rat jetzt eine Standortentscheidung. Und dafür sprechen aus Esloher Sicht viele Gründe für den Verbleib am Ort: Würde die Schule nach Meschede umziehen, dann verzichte der Kreis auf die Nutzung seines kreiseigenen Gebäudes in Eslohe; es würden Mieteinnahmen fehlen, wenn die Schule in Eslohe leer stünde. Die Gemeinde werde weiter ihr Esselbad, die beiden Sporthallen und die Aula im Schulzentrum für die Kardinal-von-Galen-Schule zur Verfügung stellen. Die bereits bestehende Kooperation mit Grund-, Haupt- und Realschule sowie der Sprach-Förderschule könne verstärkt werden. Die Galen-Schüler seien bestens integriert, Eslohe auch so überschaubar, dass sie ihr tägliches Leben hier möglichst selbstständig gestalten könnten.
Und auch eine politische Botschaft schicken die Esloher nach Meschede: Es sei langjähriger Konsens, dass im Hochsauerlandkreis Einrichtungen nicht nur zentral, sondern auch in der Fläche vorgehalten werden: „Diese Ausrichtung fördert die Akzeptanz in der Fläche.“
Text: Jürgen Kortmann
erschienen in der WP am 03.05.2012


